Die Korkeiche

Margarida Pereira

Der Nationalbaum Portugals

Mein Lieblingsbaum!  Prächtig, stark, majestätisch, umweltfreundlich …

Auf rund 23 % der Waldfläche Portugals, das sind ca. 750.000 Hektar, stehen Korkeichen. 

Diese Baumart gedeiht in Höhenlagen zwischen 150 und 300 Metern im Flachland der heißen Alentejo-Region, aber auch an der Atlantikküste.

In den  Korkeichenwäldern wachsen auch andere Baumarten wie die See-Kiefer (Pinus pinaster), die Pinie (Pinus pinea), der im Monchique-Gebirge sehr häufig vorkommende Erdbeerbaum (Arbutus unedo) und der Olivenbaum (Olea europaea), der im  Douro Tal hoch im Norden Portugals  in großer Zahl anzutreffen ist.

Auch die Myrte (Myrtus communis) und die Besenheide (Erica scoparia), wachsen häufig gemeinsam mit der Korkeiche. 

Die Korkeichenwälder tragen zur Erhaltung der Biodiversität und zum Überleben vieler einheimischer Tierarten bei, die teilweise vom Aussterben bedroht sind. Dazu zählt z.B  der Pardelluchs (lynx pardinus), auch Iberischer Luchs genannt, der nur in Portugal und Spanien vorkommt und als stark gefährdet gilt. Nach Angaben des WWF – World Wild Fund for Nature – beläuft sich die Gesamtzahl der noch lebenden Iberischen Luchse in diesen beiden Ländern auf weniger als 150 erwachsene Tiere. Zu den gefährdeten Arten im Mittelmeerraum, die ebenfalls im Korkeichenwald zu finden sind, gehören der Iberische Kaiseradler (Portugal und Spanien), der Mönchsgeier und der Schwarzstorch (beide in Spanien) sowie der Berberhirsch (Tunesien und Algerien).

Korkeiche
Korkeiche

Eine wichtige Rolle spielen die Korkeichenwälder auch bei der CO2-Bindung. Es wird geschätzt, dass die Korkeichenwälder jedes Jahr bis zu 14 Millionen Tonnen Kohlendioxid speichern.

Wegen der niedrigen thermischen Leitfähigkeit und der feuerhemmenden Eigenschaft von Kork sind Korkeichen brandbeständiger als andere Bäume und wirken bei Waldbränden wie eine natürliche Barriere.

Bekannt ist die Korkeiche vor allem wegen ihrer Rinde, aber nicht nur der Kork wird genutzt. Ihre Früchte bieten Tieren Nahrung, die Böden der Korkeichenwälder dienen als natürliches Weideland oder werden  als landwirtschaftliche Anbaufläche genutzt.

Die Korkeiche ist auf dem Stadtwappen mehrerer portugiesische Städte abgebildet, beispielsweise auf dem der Stadt Reguengos de Monsaraz, das einen frisch abgeernteten Korkbaum zeigt.

Der Kork besteht aus abgestorbenen, mit Luft gefüllten, dünnwandigen Zellen und enthält Zellulose und Suberin. Kork ist wärme- und schallisolierend, das Suberin verleiht ihm wasserabstoßende Eigenschaften. Die Korkschicht wird vom kork produzierenden Phellogen nachgebildet und kann daher wiederholt geerntet werden, ohne den Baum zu stark zu schädigen. Die erste Ernte erfolgt nach etwa 12 bis 15 Jahren bei einem Stammdurchmesser von 20 bis 30 Zentimetern. 

 Die erste Korkschicht ist noch wenig elastisch und rissig und wird nur für Isoliermatten verwendet. Erst die folgenden Kork Ernten liefern einen qualitativ höherwertigen Kork, der im vollen Umfang kommerziell genutzt werden kann. Den qualitativ besten Kork erhält man bei der zweiten, dritten und vierten Ernte. Korkernten erfolgen alle neun Jahre, wenn eine Schichtstärke von 2,7 bis 4 Zentimetern erreicht ist. Eine Eiche liefert über ihre Lebensspanne etwa 100 bis 200 Kilogramm Kork, ein Hektar etwa 200 bis 500 Kilogramm pro Jahr.

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